Die Laterna Magica

Die Laterna Magica ist die Mutter all jener visuellen Apparate und Medien, die aus unserer heutigen Welt nicht mehr weg zu denken sind. Schon Leonardo da Vinci soll mit projizierten Bildern experimentiert haben, aber als ihr eigentlicher Erfinder
gilt der holländische Physiker Christian Huygens (1629-1695).

Er konstruierte 1659 einen Apparat zur Projektion von auf Glasplatten gemalten Bildern mit einer Öllampe als Lichtquelle.
Bis zum Siegeszug des Dia- und Filmprojektors im vergangenen Jahrhundert hat sich am Konstruktionsprinzip dieser „Zauberlaterne“ nichts geändert, nur werden die Bilder heute fotografisch gewonnen und das Licht kommt von einer
elektrischen Glühlampe.

Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, in welchem Maße unsere Vorfahren von den Licht-Bildern beeindruckt,
ja überwältigt wurden, die auf Jahrmärkten wie in bürgerlichen Salons dem staunenden Publikum dargeboten wurden.
Fahrbare Laternen konnten die Illusion einer Bewegung erzeugen, auf Rauchschwaden oder bewegte Vorhänge projizierte Gespensterbilder, untermalt von unheimlichen Geräuschen, ließen in den abgedunkelten Räumen ein allgemeines Gruselgefühl aufkommen.

Die Laternenbilder waren aber nicht nur ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Motive mit biblischen Szenen dienten der religiösen Erbauung, auf anderen finden sich ländliche Szenen, Bauwerke aus fernen Ländern oder Darstellungen wichtiger Zeitgeschichtlicher Ereignisse.

Im 19. Jahrhundert ist die Laterna Magica zugleich Kinderspielzeug wie seriöse Unterhaltung im Kreise der Familie
geworden und findet auch in der Vortragstechnik für Schulen und Universitäten Anwendung.

Copyright Die Laterna Magica 2002 Klaus Hünig, Würzburg